Nach der Abmahnung: wer den Shop technisch umbaut
Ihr Anwalt sagt Ihnen, was zu ändern ist. An welcher Stelle im Theme das steht und wer sich hinsetzt, bleibt bei Ihnen liegen. Genau dieser Teil war hier der Auftrag.
Shopify-Shop, Auftrag 2026, Umsetzung durch Justin Kreutzmann, Frankfurt am Main. Anonymisiert auf Wunsch des Händlers, was das genau heißt, steht am Ende der Seite.
Das Ergebnis
Alle 7 behebbaren Punkte sind umgesetzt. Die 2 übrigen hängen an Angaben, die nur der Händler hat. Die habe ich benannt und zurückgegeben, statt sie zu erfinden. Ein Bericht, der Lücken zuspachtelt, ist genau dann wertlos, wenn es darauf ankommt.
Die Ausgangslage
Der Händler hatte eine wettbewerbsrechtliche Abmahnung bekommen. Die rechtliche Seite war geklärt: Anwalt und Rechtsdienstleister hatten festgelegt, was zu ändern ist und wie zu reagieren war.
Offen blieb der Teil, den keine Kanzlei übernimmt. Welche Textstelle im Theme ist gemeint, in welchem Snippet steht sie, was passiert mit den Links, die ins Leere zeigen, und wer setzt sich hin und macht es.
Die Befunde im Einzelnen
Aufgebaut wie der Prüfbericht, den es zu kaufen gibt: Fundstelle, Befund, Umsetzung, Status.
- 1Theme, mehrere Sectionsbehoben
Werbeaussagen, die sich nicht belegen lassen. Formulierungen von der Sorte „Nummer eins in Deutschland" oder „beste Preise" stehen in sehr vielen Shops, weil sie beim Aufbau gut klingen und danach niemand mehr liest.
Umsetzung: Alle betroffenen Stellen gesucht und neutral umformuliert, ohne die Seite inhaltlich leer zu machen.
- 2Theme, Startseitebehoben
Kundenzahlen ohne Beleg, etwa „über 10.000 zufriedene Kunden". Wer so etwas schreibt, muss es im Streitfall zeigen können.
Umsetzung: Entfernt, weil kein Nachweis vorlag.
- 3Theme, Snippet für Pflichtangabenbehoben
Angaben nach dem Batteriegesetz: eine Platzhalter-Adresse, die beim Aufbau eingesetzt und nie ersetzt worden war, und ein Absatz zur Registrierung, der so nicht zutraf.
Umsetzung: Platzhalter durch die echten Angaben ersetzt, den unzutreffenden Absatz nach Rücksprache entfernt.
- 4Theme, Footer und Inhaltsseitenbehoben
Verweise auf eine Schwesterseite, die es nicht mehr gibt, samt der Links, die ins Leere liefen.
Umsetzung: Verweise und Links entfernt.
- 5Theme, FAQ-Templatebehoben
Kaputtes JSON in der FAQ-Seite. Das war kein Rechtsthema, es ist beim Durchsehen aufgefallen.
Umsetzung: Repariert, weil es ohnehin offen lag.
- 6Adminbereich, Produktdatenbehoben
Eine Produkt-URL, die auf „kopie" endete. Ein Duplikat, das irgendwann live gegangen war.
Umsetzung: Entkoppelt und mit einer Weiterleitung versehen.
- 7Adminbereich, Weiterleitungenbehoben
Die Versandkostenseite lief auf einen Fehler 404.
Umsetzung: Weiterleitung eingerichtet. Ein toter Link auf eine Pflichtseite ist einer der leichtesten Funde für jeden, der sucht.
- 8Theme, Leistungsbeschreibungoffen, Angabe fehlt
Aussagen zu Serviceleistungen, die ich von außen nicht überprüfen kann. Ob sie zutreffen, weiß nur der Händler.
Umsetzung: Benannt und zurückgegeben, statt sie zu erfinden oder stillschweigend zu streichen.
- 9Adminbereich, Preiseoffen, Angabe fehlt
Hersteller-Preisempfehlungen als Bezugsgröße für Streichpreise. Welche davon echt sind, ergibt sich nicht aus dem Shop.
Umsetzung: Benannt und zurückgegeben, mit dem Hinweis, was zu belegen wäre.
Keiner dieser Punkte war von außen sichtbar. Sie lagen in Theme-Dateien, in Snippets und im Adminbereich. Der kostenlose Shop-Check liest die ausgelieferte Seite und prüft zwölf Muster darin. Das hier ist der Teil, der erst mit Zugang sichtbar wird.
Wo meine Arbeit aufhört
Die rechtliche Bewertung habe ich nicht gemacht. Ob eine Formulierung zulässig ist, welche Klausel in die AGB gehört und wie auf das Schreiben zu antworten war, lag beim Anwalt und beim Rechtsdienstleister. Ich habe deren Vorgaben umgesetzt und alles gemeldet, was mir technisch auffiel. Diese Trennung ist keine Höflichkeit, sie ist der Rahmen, in dem ich arbeite.
Und dort, wo mir Angaben fehlten, steht in der Liste oben „offen" statt einer Vermutung.
Zwei Dinge, die fast immer gleich sind
Die teuersten Punkte waren nicht die kompliziertesten. Eine Platzhalter-Adresse und ein toter Link sind in Minuten behoben. Sie standen nur jahrelang da, weil niemand mehr hingesehen hat. Der Aufwand steckt nicht in der Reparatur, sondern darin, dass jemand sie überhaupt findet.
Der Umbau war die kleinere Hälfte. Die größere war herauszufinden, welche Aussagen im Shop überhaupt Tatsachenbehauptungen sind, die jemand belegen können muss. Dafür muss man jeden Text einmal mit fremden Augen lesen, und genau das macht niemand am eigenen Shop.
Dieselbe Arbeit als festes Angebot
Das Technik-Audit für 490 Euro prüft Ihren Shop nach demselben Katalog und liefert einen Bericht in genau dem Format, das Sie oben sehen. Beauftragen Sie danach die Umsetzung, werden die 490 Euro voll auf den Festpreis angerechnet. Was vollständig darin steht, sehen Sie vorher im Musterbericht.
Wenn bei Ihnen ein Schreiben mit einer Frist liegt, schreiben Sie die Frist in die Anfrage. Ich sage Ihnen innerhalb eines Werktags, ob die technische Umsetzung darin machbar ist, und wenn nicht, welcher Teil zuerst geht. Die bekannten Termine stehen in der Fristen-Übersicht.
Was auf dieser Seite bewusst fehlt
Kein Kundenname, kein Logo, kein Link zum Shop, keine Branche im Detail und keine Beträge. Der Händler hat der Veröffentlichung in dieser Form zugestimmt, und mehr als die technischen Punkte gehört hier auch nicht hin. Es geht um eine Abmahnung, und das ist seine Information, nicht meine.
Wer eine ausführlichere Darstellung sehen will, ohne dass ein echter Shop dafür herhalten muss: das Vorher/Nachher-Beispiel zeigt dieselbe Art von Befunden an einer erfundenen Produktseite, und darf deshalb ins Detail gehen.